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Samstag, 09.08.2003
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| Profil/Kommentare |
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... Ein gebürtiger Aichacher
hält Einzug ins Bundeshaus: Mit seinem Bild Durch
diese hohle Gasse muss er kommen ist Paulus Glaswinkler
seit kurzem im Langen Eugen vertreten. Mitte Juni
hat die Kunstkommission des Deutschen Bundestages Glaswinklers
Gemälde aus einer Ausstellung unter 50 weiteren Bildern
ausgewählt und angekauft....
AZ über den Ankauf eines Bildes durch die Kunstkommission
des Dt. Bundestages 1989
Späte Liebe nennt Paulus Glaswinkler sein
durch Farbbrillanz, klare Linien und künstliche Anordnung
glänzendes Werk, auf dem sich zwei Spargelstangen liebevoll
begegnen. Das Gemälde wirkt durch seine annähernd
fotorealistische Maltechnik. Aber mehr noch: sie strahlt,
was kein Foto kann, hygienische Sauberkeit und damit Unwirklichkeit
aus. Ein Weltausschnitt, frostig-fröhlich schöngezeichnet.
Surreale Visionen nennt die Kunsthistorikerin
Ewa Tahbazian das Werk des Künstlers, unverwechselbar
und einmalig.
AZ über die 1. Kunstpreis-Ausstellung August 1994
in Aichach
...Im besten Sinne eigenartig
sind die Arbeiten mit denen Glaswinkler Pop-Art, Surreales
und Phantastisches miteinander vereint. In absolut künstliche
Landschaften, die sich keiner räumlichen Perspektive
unterwerfen, stellt der Maler fotorealistische Gegenstände;
setzt sie in Beziehung zueinander. Der plakative Hintergrund,
der nicht die geringste Tiefe aufweist, wird durch die raffiniert
angeordneten Schatten- und Farbflächen zur Bühne,
die räumliche Dimensionen vorspiegelt ....
aus der Einführung in die Ausstellung bei Eurocopter
Donauwörth Juli/August 1997
... Vier von 54 Künstlern, deren Exponate die Jury auswählte
stammen aus heimischen Gefilden. Ihre Leistung verdient besondere
Beachtung, auch aufgrund ihres Ideenreichtums. Der Kaisheimer
Paulus Glaswinkler mit seiner surrealen Phantasiewelt (Ölbild:
Im Zentrum des Interpreten) ist hier ohnehin eine
Ausnahmeerscheinung ...
DZ über die 17. Große Nordschwäbische Oktober
1997 in Donauwörth
... allerdings sollte man
seinen Rundgang durch das blaue Palais ganz oben
beginnen. Dort wartet nämlich ein Granny Smith
wie aus dem Bilderbuch: 4500 Mark kostet der Apfel, dessen
Plastizität dem Betrachter das Wasser im Munde zusammenlaufen
läßt. Diese abbildende Sprache spricht selbstredend
nur ein Paulus Glaswinkler, der mit seinen meisterhaften
Arbeiten der Ausstellung die Krone aufsetzt ...
AZ über die Jahresausstellung des Kunstkreises Aichach
im Landratsamt Aichach November 1997
... Die gezeigten Bilder von
Paulus Glaswinkler sind ein gutes Beispiel dafür, gegenständliche
Malerei mit modernen Stilelementen zu verbinden. Die Strenge
der zweidimensionalen Bildteile werden mit einem buchstäblich
augenzwinkernden Einfügen von Bildzitaten
alter Meister gemildert. Gerade diese Kompositionen schlagen
eine Brücke zwischen der handwerklichen Fertigkeit gegenständlicher
Malerei und einer zeitgemäßen Bildauffassung ....
DZ über die Ausstellung Kunstsalon 2001 im Haus der
Kunst München März 2001
.... Es ist eine Werkschau
mit 23 Objekten aus den Jahren 1988 bis 2001. Sie verdeutlicht
Glaswinklers Entwicklung, seine Experimentierfreudigkeit,
seine technisch Versiertheit und seinen bis ins Surreale reichenden
Ideenreichtum. Hans Wiedemann, Dozent am Staatsinstitut für
Kunsterzieher, würdigte dies bei der Vernissage: Paulus
Glaswinkler führt uns über die Vorstufe herausragenden
technischen Könnens zu neuen Verknüpfungs- und Empfindungsebenen,
zu bildgewordener Wörtlichkeit, gepfeffert mit einer
Prise Ironie, sagte er. Der Kaisheimer ermutige den
Betrachter, alle Begrifflichkeiten zu hinterfragen ....
DZ über die Ausstellung im Internat. Begegnungszentrum
der Wissenschaft e.V. München Mai 2001
Paulus Glaswinkler bringt es auf den Punkt. Mit den religiösen
Motiven zu Jesu Tod (ecce homo) und Leid der Gottesmutter
(mater dolorosa) spiegelt er ein Zeitgefühl,
das die moderne Kunst in diesen Weltkrisentagen durchdringt.
Seine beiden in raffinierter Dispersionstechnik entworfenen
Bilder in der 21. Großen Nordschwäbischen Kunstausstellung
thematisieren auch die Ehrfurcht vor dem Leben ....
DZ über die 21. Große Nordschwäbische Oktober
2001 in Donauwörth
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Einführung in die
Internetausstellung Landschaften von Paulus Glaswinkler
von Manuel Iwansky 2001. (auszugsweise)
Was will der Künstler
damit sagen?! ist wohl eine der am häufigsten gestellten
Fragen, die in der Auseinandersetzung mit Kunst, besonders
der abstrakten, auftreten und ebenso wohl eine der am wenigsten
beantworteten.
Auch ich kann und will Ihnen
im Falle der Bilderserie Paulus Glaswinklers keine konkrete
Antwort auf diese oftmals unsinnige oder besser: unangebrachte
Frage geben.
Über abstrakte Malerei wurde seit ihrer Entdeckung
um etwa 1912 vieles gedacht und geschrieben. Manches davon
wird kaum merklich angeschnitten werden, eine Erklärung
ihrer grundlegenden Absichten und Wesenszüge jedoch würde
den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
Wenn Sie jedoch wissen wollen, WIE der Künstler sich
ausdrückt, WAS die Mittel seines Ausdrucks sind und zu
WELCHEN Wirkungen er damit gelangen kann, empfehle ich Ihnen,
meinen Versuch einer allgemeinen Einführung in Ruhe durchzulesen
....
...Erstes Ausdrucksmittel
einer jeden Malerei ist die Farbe, und seien es nur Schwarz
und Weiß. Jedoch fällt es schwer, sich nur die
reine Farbe vorzustellen; sie muss unweigerlich
eine Form annehmen, das zweite Ausdrucksmittel. Stellen wir
uns nun einen solchen Rohling von Glaswinklers
Gemälden nach der ersten Arbeitsphase vor: Wir haben
unterschiedliche Farben, die unterschiedliche, wilde Formen
angenommen haben: Farbspritzer, Farbflecken, ineinander geflossene
Farben, die Mischungen ergeben, Spachtelspuren, weißer
Grund oder Aufhellungen, wo wieder Farbe abgenommen wurde,
usw. Allen diesen Werkspuren ist eine gewisse Bewegtheit zueigen.
Manchmal lässt sich sogar das Werkzeug und die Richtung,
in der eine solche Werkspur aufgebracht wurde, erschließen:
Wir nähmen eine bewegte, einzigartige Bildfläche
wahr, ähnlich den tachistischen drip-Gemälden
eines Jackson Pollock....
... Der Bildträger wurde
nach nicht mehr direkt erschließbaren Grundlagen und
Gefühlen vom Maler ins Chaos gestürzt. Wir haben
eine bewegte Fläche vor uns, ein wildes Farbenspiel,
in dem wir Bewegung, vielleicht sogar Freude oder Wut, lesen
können. Sogar den Aspekt Zeit können
wir bedingt nachvollziehen: ein Fleck, der über einem
anderen liegt, muss später dazugekommen sein, diese Spachtelspur
scheint langsamer und ruhiger gezogen zu sein als jene usw....
.... haben wir bis jetzt aus
dem Fundus der möglichen Formen und Farben nur die unregelmäßigen,
wilden, undefinierbaren, so kommen nun, in der zweiten und
dritten Arbeitsphase, die rechteckigen, gleichmäßigen,
ruhigen Formen und ruhigen Farben und Farbverläufe hinzu.
Sie verdecken unweigerlich große Teile des zuvor gewonnenen
Chaos, bilden seinen Gegensatz und betonen es, alles vereinigt
sich zur ausgewogenen Komposition. Und eine Komposition zu
erstellen, dies ist die eigentliche Leistung des Malers bei
dieser Malerei. Ist noch das Chaos relativ einfach zu verwirklichen,
sind auch die Färbflächen einfach abzukleben und
auszumalen, so ist es eine schwierige Geistesaufgabe, beides
so zu vereinigen, dass daraus ein Bild entsteht, von dem Maler
und Betrachter sagen können: Die Komposition ist
fertig und wirkt. ....
....Ähnlich wie die Musik
ist auch diese Art von Malerei. Ähnlich wie die Aussage
von textloser Musik die Musik selbst ist, so ist
auch in der abstrakten Malerei die Malerei selbst,
also Farbe, Form und Komposition, ihre Aussage.
Und so wie auch der Komponist bestimmte Systeme hat, nach
denen sich seine Kompositionen aufbauen, so hat auch der Maler
ein System, um ein Gemälde, sei sein Inhalt gegenständlich
oder abstrakt, zu schaffen.
Im Rahmen dieser Einführung habe ich ihnen lediglich
erklärt, mit welchen Noten und Taktmassen
Paulus Glaswinkler arbeitet. Das zugrunde liegende System,
der individuelle Schaffens- und Geistesprozess der jedem einzelnen
Gemälde der Serie eigen ist, ist von Fall zu Fall verschieden
und einzigartig. Manche Gemälde mögen tatsächlich
eine gegenständliche Ähnlichkeit zu den Landschaften
und Städten, nach denen sie benannt sind, aufweisen.
Andere mögen völlig abstrakt sein, und dem Betrachter
auf diese Weise das Gefühl von Kälte oder Wärme,
von Norden oder Mittelmeer vermitteln. Letztendlich handelt
es sich nicht um geographische Landschaften, die abstrahiert
werden, sondern um ein Spiel mit Stereotypen und kollektiven
Erinnerungen, die sich mit den Titeln verbinden, das uns der
Künstler nahe bringen will....
....All diesen Werken Glaswinklers
gemeinsam ist das Wechselspiel von Bewegung und Ruhe, Buntheit
und zurückhaltender Farbigkeit. Die einzige Wirkung,
die Sie jetzt nicht unmittelbar am Bildschirm nachvollziehen
können, ist die des fertig gerahmten Bildes, das in voller
Größe vor Ihnen hängt.
Manuel Iwansky
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Einführung in die
Ausstellung im Internationalen Begegnungszentrum der Wissenschaft
e.V. in München Mai 2001 von Dozent Hans Wiedemann. (auszugsweise)
....Kunst in der traditionellen
Form des Tafelbildes und Objekten, Werke von Paulus Glaswinkler
als Wahrnehmungs- und Anschauungsanlass;
Bilder, deren Sprache nicht an Nationalität gebunden
ist, laden zum Dialog ein, zu ihrer ideellen Vergegenwärtigung
jenseits der materiellen Dinglichkeit von Pigmenten, Stoffen
wie Leder, Hartfaser, Büttenpapier...
Zwei scheinbar verschiedene
Welten: Wissenschaft und Kunst, in unserer Konsum-, Medien-
oder/und Informations- oder gar Wissensgesellschaft oft wie
Feuer und Wasser ge- und behandelt, ohne sich dabei gleichsam
die Finger zu verbrennen oder den Pelz nass zu machen, konträr
in den Methoden, zeitweise sogar gehirnregional auseinander
dividiert, hier Empirie und logisch-rationale Beweisführung,
wissenschaftsmethodische Standards und mathematische Formulierbarkeit
von relativen Gesetzen, die Natur, den Menschen und seine
Daseinsbedingungen erforschend, Wissen schaffend -
dort individuelle Vorstellungs- und Traumwelten, scheinbare
Phantastereien und scheinerzeugende Chaotik, Illusions-Akrobatik,
organisierte Sinnesvereinnahmung und täuschung,
die scheinbar nicht überprüfbaren, nicht messbaren
Welten der Empfindungen und Intuitionen.
Ziemlich problemlos werden hier wie dort schöpferische
Phantasie und Kreativität als Voraussetzung für
die Praxis begrifflich fixiert und als unumstrittene Bestandteile
des Bildungskanons betrachtet.
Und die Ziele?
Nicht nur nach Rom führen bekanntlich viele Wege: Gleiches
gilt für das Land der Erkenntnis im Vorläufigen
in fragmentarisch Dimensionen, in Richtung Wahrheit, von der
wir ganz beiläufig sagen, dass man sie sich nehmen kann,
mit unseren Sinnen und durch die Sinne zum Sinn.
Oder ist die Wahr-Nehmung vergleichbar bruchstückhaft
wie unsere Schön-Nehmung oder Gut-Nehmung? ...
....- Tafelbilder im klassischen
Sinn, in altmeisterlicher Technik, verriebene Pigmente auf
Leder. Über die Vorstufe des herausragenden
technischen Könnens führt Glaswinkler uns Betrachter
eigenständig auf neue Verknüpfungsebenen, die in
der Anschaulichkeit der begrifflichen Sprache zu neuen Erfindungen
führen: bildgewordene Wörtlichkeit, gepfeffert mit
einer Prise Ironie und Hinterfragungsermutigung aller Begrifflichkeiten
als punktuelles Medium von Anschauung und Erkenntnis, über
die Wirklichkeit hinausweisend, nicht nur in der Art und Weise
dem Surrealismus verwandt.
....aus dieser Schaffensphase,
die man als eigenständige Variante des Surrealismus bezeichnen
könnte, mehr als Charakterisierung von Bildauffassung
und Darstellungskonzept als der suchenden und damit abzuhakenden
Einordnung wergen, werden wir noch weiteren Exponaten begegnen....
....Neue Konzepte und Bilderfindungen entwickelt der experimentierfreudige
suchende Geist des Künstlers 1998. Die Elemente des Bildnerischen
wie die Farbe in ihrem Eigenwert und ihrer Erscheinungsqualität,
die Form in ihrer Gegenstandsbezogenheit oder Eigenständigkeit
und Ausdrucksqualität, schließlich Komposition
in Rhythmik, Akkordik und Textur konstituieren selbst den
künstlerischen Schaffensprozess....
.... Ästhetik des Komplexen:
Von der Vorherrschaft des Flüchtigen in unserer Gegenwart
und von den Ergänzungsleistungen unserer Wahrnehmung
über die Lusterweckung zu mehr Vermeer bis
zur Symbolik der Verborgenheit trotz allen Augenscheins, bekanntes
Unbekanntes wie so vieles, Bruchstückhaftigkeit ... Ausschnitt
als Detail in Wertschätzung des schon Geschaffenen, neue
Originalität in neuen Beziehungsnetzen eröffnend
...
.... klassische Mischtechniken
ein Begriff, der für experiment-orientiertes Arbeiten
steht: Feste und flüssige Farben, also Pastellkreide,
Wachsmalstifte, Kohle usw. und Aquarellfarben, Dispersionsfarben,
Tinten, Tuschen, Beizen, Ölfarben werden in unterschiedlichen
handwerklichen Verfahren aufgetragen, gepinselt, gewischt,
gestupft, gestrichen, verzogen, gekratzt, geschabt, verrieben,
ab- und aufgetragen, abgesprengt, angelöst die
hohe Kunst der Variationen im Schaffensprozess, um die Komposition
in Farbe und Form Musik werden zu lassen....
.... Janus, der altrömische
Gott des Anfangs, der Schirmherr der Tore und Durchgänge
stellt den Bezug dar, die Verknüpfungs- und Interpretationsangebote,
vom Durchbrechen, aufschlitzen, Durchstoßen von trennenden
Ebenen bis zu modifizierten Erwartungen des Dann, des Dahinter,
des weiten Feldes des Geöffnetseins und der Offenheit,
zwischen Einlass und Annahme bis Verwehren und Abweisen. Von
Paulus Glaswinkler meisterhaft altmeisterlich vergegenwärtigt
im bildnerischen Dialog....
....Der Graphikzyklus hier
in diesem Club-Raum lädt Sie ein, die in reduzierter
Farbigkeit und mit reichhaltigem Form- und Strukturregister
gespielten Kompositionen, entwickelten Spannungsbögen
und erarbeiteten Harmonien in Ihnen weiter schwingen und -wirken
zu lassen. Die Titel der Werke verstehe ich als Einstiegsangebot
in das innere Abenteuer der Anschauung in der Empfindungswelt
des Betrachters, ein Andersformulieren von Entdeckungen, Ordnungsgesetzlichkeiten,
Wesentlichem hinter den dingen und deren Erscheinungsoberfläche
und hier möchte ich den Kreis der Betrachtung
auch wieder schließen, den Kunst und Wissenschaft bilden:
Kunst als eine andere Art und Weise, Wahrheiten zu formulieren
bei aller Individualität der bildnerischen Sprache, des
persönlichen Stils, wie die unverwechselbare Stimme einer
Person, eines Subjekts, die einen objektiven Sachverhalt,
eine Formel, ein Gesetz, eine Erkenntnis ausspricht.
Ich danke Ihnen, dass Sie
meine Gedanken aufgenommen haben, hoffe dass sich Ihnen die
Bilder des Künstlers Paulus Glaswinkler vielleicht ein
wenig mehr erschlossen haben und wünsche Dir, lieber
Paulus, weiterhin viele gute und feinsinnige Er-Findungen.
Aichach, 13.Mai 2001
Hans Wiedemann
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