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Samstag, 06.12.2003
Malen/Pastellkreide

Pastellkreide auf Papier

Pastellkreide ist reines Farbpigment das mit Bindemittel zu handlichen Stücken ähnlich wie Tafelkreide gepreßt ist. Sie ist viel hochwertiger als Tafelkreide und wurde im 18. und 19. Jahrhundert für Portraits sehr häufig benutzt. Die Kreide wird direkt aufgetragen und mit den Fingern auf dem Malgrund verrieben. Dies eine sehr zeitraubende und anstrengende Praxis. Um die Arbeiten etwas .wischfester. zu machen kann Pastellkreide fixiert werden, allerdings ändern sich dann die Farben in Ton und Konsistenz, deshalb verwende ich kein Fixativ. Pastellbilder sind empfindlich und müssen hinter Glas gerahmt sein. Besonders sollte man sie vor Sonnenlicht der UV-Strahlen wegen schützen.

Durch den feinen, pulverförmigen Auftrag wirken meine Pastellbilder, wenn sie realistisch ausgeführt sind, fast wie Farbfotos und sind in ihrer Technik nicht mit den sonst heute üblichen Pastellarbeiten vergleichbar. Diese sind in der Regel lockere Momentbeschreibungen von Landschaften und schnelle Portraits. Auch für moderne Mischtechniken wird Pastellkreide öfters verwendet. Weil die Farbe trocken und direkt auf den Malgrund aufgebracht wird gehört diese Technik zu den graphischen Arbeiten - Pastellbilder sind also keine Gemälde sondern werden als Zeichnungen bezeichnet.

Pastellkreide auf Leder

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden häufig Portraits für Adelige und reiche Bürger in Pastellkreide auf Leder gearbeitet. Diese hochwertige Art war sehr teuer und wurde ab dem Biedermeier kaum mehr ausgeführt. Durch die Weichheit und die natürlichen Poren des Leders wirken Pastelle auf Leder tiefer in der Farbe und von frappierender Lebendigkeit. Leider gibt es kaum schriftliche Aufzeichnungen oder maltechnische Literatur über diese Technik. Ich brauchte lange Zeit um das richtige Leder und die Vorbehandlung herauszufinden. Am besten eignet sich Nubukleder, das auf der Hautseite geschliffen und auf eine Holzplatte aufgezogen und geleimt wird. Anschließend wird der Malgrund gründlich entfettet. Grundsätzlich wird die Pastellkreide genauso mit den Fingern, wie bei Papier als Malgrund, aufgetragen. Allerdings reagiert Leder etwas anders auf die Pigmente und es ist noch größeres Fingerspitzengefühl, als bei Papier nötig. Natürlich müssen auch diese Zeichnungen hinter Glas gerahmt sein und überaus vorsichtig behandelt werden.