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Pastellkreide
auf Papier
Pastellkreide ist
reines Farbpigment das mit Bindemittel zu handlichen
Stücken ähnlich wie Tafelkreide gepreßt
ist. Sie ist viel hochwertiger als Tafelkreide und
wurde im 18. und 19. Jahrhundert für Portraits
sehr häufig benutzt. Die Kreide wird direkt aufgetragen
und mit den Fingern auf dem Malgrund verrieben. Dies
eine sehr zeitraubende und anstrengende Praxis. Um
die Arbeiten etwas .wischfester. zu machen kann Pastellkreide
fixiert werden, allerdings ändern sich dann die
Farben in Ton und Konsistenz, deshalb verwende ich
kein Fixativ. Pastellbilder sind empfindlich und müssen
hinter Glas gerahmt sein. Besonders sollte man sie
vor Sonnenlicht der UV-Strahlen wegen schützen.
Durch den feinen,
pulverförmigen Auftrag wirken meine Pastellbilder,
wenn sie realistisch ausgeführt sind, fast wie
Farbfotos und sind in ihrer Technik nicht mit den
sonst heute üblichen Pastellarbeiten vergleichbar.
Diese sind in der Regel lockere Momentbeschreibungen
von Landschaften und schnelle Portraits. Auch für
moderne Mischtechniken wird Pastellkreide öfters
verwendet. Weil die Farbe trocken und direkt auf den
Malgrund aufgebracht wird gehört diese Technik
zu den graphischen Arbeiten - Pastellbilder sind also
keine Gemälde sondern werden als Zeichnungen
bezeichnet.
Pastellkreide auf
Leder
Im 18. und 19. Jahrhundert
wurden häufig Portraits für Adelige und
reiche Bürger in Pastellkreide auf Leder gearbeitet.
Diese hochwertige Art war sehr teuer und wurde ab
dem Biedermeier kaum mehr ausgeführt. Durch die
Weichheit und die natürlichen Poren des Leders
wirken Pastelle auf Leder tiefer in der Farbe und
von frappierender Lebendigkeit. Leider gibt es kaum
schriftliche Aufzeichnungen oder maltechnische Literatur
über diese Technik. Ich brauchte lange Zeit um
das richtige Leder und die Vorbehandlung herauszufinden.
Am besten eignet sich Nubukleder, das auf der Hautseite
geschliffen und auf eine Holzplatte aufgezogen und
geleimt wird. Anschließend wird der Malgrund
gründlich entfettet. Grundsätzlich wird
die Pastellkreide genauso mit den Fingern, wie bei
Papier als Malgrund, aufgetragen. Allerdings reagiert
Leder etwas anders auf die Pigmente und es ist noch
größeres Fingerspitzengefühl, als
bei Papier nötig. Natürlich müssen
auch diese Zeichnungen hinter Glas gerahmt sein und
überaus vorsichtig behandelt werden.
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