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Seit Mitte des 17.
Jahrhunderts hat sich in der Ölmalerei die alla
prima - Technik durchgesetzt und die aufwendige Öllasurtechnik
weitgehend abgelöst. Bedingt durch größere
Formate wurden immer leichtere Bildträger notwendig.
Schwere Malgründe aus Holz waren ungeeignet und
mit Leinwand bespannte Keilrahmen traten ihren Siegeszug
an. Untermalungen wurden vereinfacht in Öl ausgeführt
oder entfielen ganz. Es wurde halb deckend lasiert,
manche Lasurschicht ließ man weg und schließlich
wurden die Farben auf der Palette gemischt und deckend
auf den Malgrund aufgetragen. Das Verfahren war vereinfacht
und die alla prima - Malerei geboren. Bis heute gehört
diese Technik zu der am häufigsten angewandten
in der Ölmalerei.
Wurde als Malgrund
früher hauptsächlich auf Keilrahmen gespannte
Leinwand verwendet, kann man heute unter verschiedenen
Gründen auswählen. Baumwolle und Mischgewebe,
Jute und synthetische Fasern, grundiert oder ungrundiert,
Karton, Malplatten aus Holz oder Hartfaser, Metall
und kunststoffbeschichtetes Material. Größtenteils
verwenden professionelle Maler auch heute noch grundierte
Gewebegründe. Ein schwach saugender Kreidegrund
oder ein acrylgebundener Fertiggrund sind ideale Basen
für die alla prima - Technik. Ebenso gibt es
eine große Anzahl fertig hergestellter Ölfarben
in verschiedenen Qualitäten, obwohl gerade in
letzter Zeit einige Maler dazu übergehen ihre
Farben und Malmittel wieder selbst herzustellen. Über
den Sinn mag man streiten, da eigenhändig angeriebene
Farben weder preisgünstiger noch qualitativ hochwertiger
sind.
Bei der alla prima
- Malerei wird zunächst eine Vorzeichnung mit
Kohle oder Tusche auf die grundierte Leinwand aufgebracht.
Dann wird eine Palette aller eventuell benötigten
Farben zusammengestellt, dies ist eine sehr individuelle
Aufgabe, da jeder Künstler bestimmte Farbtöne
bevorzugt, andere hingegen selten oder nie verwendet.
Balsamterpentinöl und Malmittel sollten ebenso
bereitstehen wie Pinselreiniger und Reinigungstücher.
Es empfiehlt sich, mit stark verdünnter Ölfarbe,
rasch eine Untermalung in mittleren Tönen auszuführen,
weil damit eine gute Basis für den Aufbau des
Bildes geschaffen werden kann. Nach einer kurzen Trocknungsphase
werden nun für die einzelnen Bildflächen
die Farben auf der Palette gemischt und auf den Malgrund
aufgetragen. Nach dem das Bild in Mitteltönen
und Schattenbereichen fertiggestellt ist, kommen helle,
beleuchtete Bereiche und Glanzlichter an die Reihe.
Zum Schluss können noch lasierend ganz feine
Farbnuancen aufgesetzt werden Jeder Maler unterscheidet
sich in Duktus und Farbauftrag - glatt und eher zögerlich
der eine, rasch und pastos der andere. Eines gilt
jedoch für alle Maler: Die unteren Farbschichten
müssen mager sein, darüber liegende Farbschichten
können fetter werden. Das bedeutet, dass in unteren
Schichten wenig oder kein ölhaltiges Malmittel
verwendet werden darf, die Farbschichten dünner
sein müssen als darüber liegende Schichten,
in denen mehr Malmittel zum Einsatz kommen kann. Beachtet
man diese Regel nicht, sind Schäden am Bild,
Risse im Farbauftrag, Sprünge und Craquelés
nahezu unausbleiblich. Der Schlussfirnis kann erst
nach dem völligen Durchtrocknen der Arbeit, also
nach ca. 8 Monaten aufgebracht werden.
Diese Öltechnik
ist für alle Arten der Malerei geeignet, große
und kleine Formate, abstrakte oder gegenständliche
Arbeiten, feine fotorealistische Darstellungen oder
hingefetzten, pastosen Auftrag. Grundsätzlich
gilt aber auch hier, wie für alle anderen Techniken:
Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß
gesetzt.
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